Schönen guten Morgen

Der tägliche Wahnsinn, oder soll ich besser sagen die tägliche Normalität.

 

Geschniegelt und gestriegelt, ab ins Auto, hinein in den Stau, verbissene, ernste Gesichter in den Autos, es wissen wohl alle, dass heute ein Scheißtag wird.

Angekommen am Arbeitsplatz, der Kollege ist bereits hochgradig gereizt, ich weise ihn höflich darauf hin, dass er in diesem Zustand wohl nicht mehr lange zu leben hat. Er lächelt verbissen. Auch die vielen Kolleginnen sind erschöpft, der Verkaufsdruck, die Umstrukturierungen, die Angst vor Einsparungen und Jobverlust ist zu spüren.

 

Ich mache meine Runde, setze mich zu einer Kollegin, wir trinken Kaffee und plaudern ein paar Worte. Als externer Mitarbeiter bin ich nur einmal pro Woche in der Filiale, daher frage ich was es Neues gibt. Sie erzählt mir ihre Sorgen.

 

Szenen wie diese erlebe ich jeden Tag, immer in einer anderen Filiale aber die Geschichten gleichen sich, die Unsicherheiten und Sorgen über die Zukunft sind überall die selben.

Manchmal schaffe ich es die richtigen Fragen zu stellen, private Dinge, Träume, Hobbys oder ähnliches. Und dann blitzt es manchmal auf, das WAHRE ICH abseits aller Ängste und ich sehe ein glitzern in den Augen, wie ich es im beruflichen Alltag nur sehr selten wahrnehmen kann.

All diese Mitarbeiter stecken voller Potential, Kreativität und Lebensfreude. Ich frage mich, warum das keiner sieht, warum es dem Unternehmen nicht gelingt diese unendlichen Ressourcen anzuzapfen...

 

Ein paar Kundentermine (ich habe meine Show abgezogen), etliche Kaffees und Zigaretten später ist es geschafft. Hinein ins Auto, zurück in den Stau.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michaela (Donnerstag, 15 Dezember 2016 12:56)

    Auf den Punkt getroffen! Den Unternehmen sind die Mitarbeiter egal. Es geht nicht um Menschlichkeit und Persönlichkeit sondern nur um Profit.