Die Seele trägt pastellgrau

 

Ich öffne meine Augen, schaue auf die Uhr, es ist kurz nach vier. Mein Schlafpensum ist erfüllt, ein flaues Gefühl begleitet mich, ist es Angst? Möglich.

 

Es ist Zeit zu gehen. Aber wohin?

 

Es gibt keinen genauen Plan, das Navigationssystem versagt. Die innere Stimme, der ich so gern folgen würde, spricht leise und die Gedanken sind laut. Der Verstand möchte gerne Lösungen aus dem Hut zaubern, Sicherheit haben, aber der Hut ist leer. Es gibt keine weißen Kaninchen, keine Tauben, keine Sicherheit.

 

Ein paar Wochen werde ich noch an meinen alten Arbeitsplatz fahren, mein schönstes Lächeln aufsetzen und mitspielen. Dann ist Schluss.

 

Die Weichen sind gelegt. Die Zelte werden abgebaut, man verabschiedet sich, nimmt sich in den Arm, wünscht sich alles Gute. Nomaden ziehen weiter. Es ist nicht das erste Mal, dass ich eine Firma verlasse. Aber dieses Mal ist es anders. Bisher bin ich von Job zu Job getingelt. Dieses Mal soll es eine Reise zu mir selbst werden, ohne neuen Job, vorerst. Ich werde mir die Zeit nehmen, die ich brauche.

 

Es ist schwierig zu erklären was mich antreibt, aber es hat sich die letzten Jahre abgezeichnet.

 

Wie soll man erklären, dass die Gespräche am Tisch nicht mehr nähren, dass die Partys blasser sind, dass man ein Fremder ist. Dafür gibt es keine Worte, das kann man nur erfahren.

 

Das Pendel wird zurückschwingen, irgendwann.

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